Galgant – „Gewürz des Herzens“
Allerheiligen mit Galgant verknüpft
Die Heilige Hildegard – eine Frau mit Weitblick.
Der 1. November, Allerheiligen, erinnert uns an Menschen, die durch ihre Weisheit, Güte und innere Kraft Spuren hinterlassen haben. Eine der bekanntesten Heiligen war – und ist – eine Frau: Hildegard von Bingen.
Die Benediktineräbtissin, Theologin, Mystikerin, Musikerin und Naturkundlerin gilt bis heute als eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Schon zu Lebzeiten wurde sie als Heilige verehrt, doch offiziell heiliggesprochen wurde sie erst im Jahr 2012.

Hildegard war ihrer Zeit weit voraus. In ihren Schriften verband sie Spiritualität, Medizin und Ernährung zu einem ganzheitlichen Weltbild. Sie beobachtete die Natur mit scharfem Geist und offenem Herzen – und verstand, dass alles miteinander verbunden ist: Mensch, Tier, Pflanze, Stein und Stern. Ein berühmter Satz von ihr:
„Alles, was in der Ordnung Gottes steht, antwortet einander.“
fasst diese Sicht in wenigen Worten zusammen.
Man sagt, Hildegard erkannte visionär und intuitiv, was wir heute aus moderner Wissenschaft und Quantenphysik wissen: Alles in diesem Universum steht in Wechselwirkung zueinander. Alles beeinflusst sich gegenseitig – auf sichtbare und unsichtbare Weise.
Es wird erzählt, dass Hildegard auch Kontakt zu reisenden Gelehrten hatte, die Wissen aus dem Osten mitbrachten. So erklärt sich, dass sie Pflanzen beschrieb, die damals in Mitteleuropa noch selten oder unbekannt waren – etwa Ingwer, Muskatnuss, Datteln oder eben Galgant. Sie beschrieb ihn als „wärmendes Herzgewürz“, das „den Geist erfreut und die Lebenskräfte stärkt“.So berühren sich die Welten: Die mittelalterliche Klosterheilkunde Hildegards, die fernöstliche Heilkunst des Ayurveda, anthroposophische- oder Paracellsus-Medizin schöpfen aus der selben Quelle und teilen den eine Kern – die Überzeugung, dass Pflanzen Heilkräfte tragen, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen.

Alpinia galanga
Herkunft & Botanik
Galgant gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae), wie auch Ingwer, Kurkuma und Kardamom. Alpinia galanga wird auch großer Galgant genannt und ist verwandt mit dem heimischen Alpinia officinarum, dem kleinen Galgant. Die kräftige, rotbraune Wurzel wächst häufig wild im Himalaya, den Western Ghats, Südindien und Bengalen. Die Pflanze selbst wird bis zu zwei Meter hoch. Sie trägt ein der Schwertlilie ähnelndes Aussehen. Ihre schilfartigen Blätter und zarten, weißen bis rötlichen Blüten machen sie auch optisch zu einer Schönheit.
Der verwendete Pflanzenteil ist ihr Rhizom, der Wurzelausläufer. Das Aroma ist würzig, klar, leicht scharf und erinnert an eine Mischung aus Ingwer, Pfeffer und Zitrone – mit einer ganz eigenen, warmen Note.
In der traditionellen Küche vieler asiatischer Länder gilt Galgant als Herz des guten Geschmacks – und in der Naturheilkunde als Feuerträger, der Lebenskraft weckt. Dabei trifft das deftig-würzige Aroma perfekt unseren europäischen Geschmack und ist daher, wie Pfeffer, universell einsetzbar.

Galgant: stark in der traditionellen Heilkunde
Einer ihrer Namen ist Rasna, weil die Pflanze „Rasa“, den Lebenssaft, zum Fließen bringt.
Auch als Thai-Ingwer bekannt, gilt die Pflanze als „Gewürz des Lebens“. Und ist in den Volksheilkunden beschrieben als Mittel der Wahl rund ums Herz, Druck und Schwäche oder innerer Kälte. Auch im Ayurveda wird Galgant als ein erwärmendes, anregendes und belebendes Gewürz aufgeführt.
Das bedeutet: Galgant stärkt das Verdauungsfeuer (Agni), vertreibt Trägheit und Kälte aus dem Körper und verbrennt Schlacken und Verdauungstoxine. Er regt die Zirkulation an und bringt Licht und Wärme in den Bauch – im übertragenen wie im wörtlichen Sinn. Im Ayurveda heißt es: Ein gutes Feuer im Bauch ist das Licht des Geistes.
Man kann also sagen: Galgant verbindet Bauchgefühl mit Geist und Herz.
Galgant vermehrt Sattva und Ojas. Das bedeutet, das schmackhafte Gewürz weckt die Lebensfreude und schenkt innere Klarheit.

Galgant. Bei uns stark vertreten …
in 5 wichtigen Mischungen und natürlich pur.
Unsere Gewürzmischungen haben mehrere Einflüsse erfahren. Die Basis liefern uns die alten, traditionellen Schriften der Pflanzenheilkunde – vor allem des Ayurveda. Dazu kommen langjährige Küchenerfahrungen, die bewusste Wahrnehmung der Naturelemente, unsere biologischen Herkunftsquellen in Indien und nicht zuletzt Feedback und Austausch mit vielen Menschen.

Galgant in unseren Gewürzmischungen – Harmonie und Geschmack
„Vata“, „Tridosha“, „Linsen, Dal &du“, „Wok, Bowl &du“, „Pfanne Auflauf &du“.
Galgant ist darin nie nur eine Zutat, sondern immer auch ein verbindendes Element zwischen Geschmack, Wirkung und Seele.
Rhizome – also die Wurzelstöcke, zu denen Galgant gehört – tragen die latente Süße der Erde in sich. Sie sind weniger bitter als viele andere Pflanzenbestandteile und wirken daher ausgleichend auf die Gewürzbalance. Sie mildern extreme Schärfen und Bittertöne und schenken einem Gericht zugleich Körper, Rundheit und Tiefe.Im Ayurveda gilt der Herzbereich als Sitz der Seele. Galgant stärkt dieses Zentrum nicht nur körperlich, auch feinstofflich. Er öffnet, wärmt und verbindet. In unseren Mischungen sorgt er so kulinarisch und innerlich für Harmonie und Gleichgewicht.

