Zu viel Lauch? Was hilft und ausgleicht.
Bärlauch: Die Kraft der Lauchgewächse
Im April ist Bärlauch in aller Munde. Er gilt als einer der ersten kraftvollen Frühlingsboten. Wächst wild, ursprünglich, unbeeinflusst – oft in schattigen, feuchten Wäldern. Und doch lohnt es sich, einen Schritt weiterzugehen, hin zur Pflanzenfamilie.

Bärlauch ist ein Vertreter der Gattung Allium – der Lauchgewächse, die ganzjährig in den Küchen vertreten sind.
- Knoblauch
- Zwiebel
- Schnittlauch
- Lauch (Porree)
Ihr gemeinsames Merkmal ist ihr charakteristischer Duft – verursacht durch schwefelhaltige Verbindungen, die in der traditionellen Pflanzenkunde mit reinigenden und aktivierenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden.
In der Volksheilkunde wird Bärlauch traditionell im Frühjahr geschätzt, wenn der Körper nach der ruhigen Winterzeit wieder in Bewegung kommen möchte. Seine frische, grüne Kraft passt genau in diese Phase des Neubeginns. Man spricht vom inneren Frühjahrsputz.
Auch im Ayurveda finden sich Parallelen: Scharfe, durchdringende Pflanzen werden dort als anregend und aktivierend beschrieben. Sie bringen Bewegung in stagnierende Prozesse, fördern Wärme und unterstützen die Verdauungskraft (Agni) – immer in Abhängigkeit von Menge, Zubereitung und individueller Konstitution.
Botanisch verbunden – mit Unterschieden
Allium-Pflanzen enthalten Alliin und das Enzym Alliinase. Daraus entsteht der Wirkstoff Allicin, wenn die Pflanze geschnitten oder zerdrückt wird – dann wird aus einer eher neutralen Vorstufe der intensive Geruch und die antimikrobielle Wirkung.
In vielen Kulturen werden Lauchgewächse seit Jahrtausenden verwendet:
als kräftige Würzmittel, als Bestandteil herzhafter Speisen und pharmakologisch zur inneren und äußeren Anwendung. Traditionell finden Zwiebeln, Knoblauch & Co. Verwendung zur Vorbeugung von Gefäßverengungen, erhöhten Blutfettwerten, zur Unterstützung der Bronchien und der Verdauung. Traditionelle äußere Anwendungen ergeben sich u. a. aus ihren antimikrobiellen, antimykotischen und antiviralen Eigenschaften. (Literatur: Dr. Schrott/Prof. Dr. Ammon, Heilpflanzen der ayurvedischen und westlichen Medizin).
Ayurveda sieht genauer hin: Knoblauch gilt als Rasayana (Verjüngungsmittel), senkt Vata und Kapha und wird verwendet, um das Blut zu verbessern. Die Küchenzwiebel schenkt Stärke und Vitalität – wegen ihrer Süße erhöht sie Kapha. Alle Lauchgewächse werden bekömmlicher, wenn sie in Ghee erhitzt werden.
Der Geist isst mit. Während Knoblauch (Allium sativum) und Zwiebeln (Allium cepa) für ihre starken medizinischen Eigenschaften geschätzt werden, gelten sie in der traditionellen yogisch-ayurvedischen Ernährung als tamasisch (träge machend, den Geist vernebelnd) und werden daher von praktizierenden Yogis oft gemieden.
Viel Kraft. Aber nicht immer für jeden. Warum? Lauchgewächse sind überwiegend scharf, erhitzend und durchdringend. Dadurch können sie Stagnationen lösen, Schwere reduzieren und anregend sein. Gleichzeitig können der intensive Geschmack, die Schärfe, die bewegende Qualität – bei empfindlichen Menschen oder in zu großen Mengen – auch Unruhe fördern, Übelkeit hervorrufen oder das innere Gleichgewicht stören. Besonders, wenn sie roh verzehrt werden.
In der Hildegard-Medizin wird Lauch (Porree) eher zurückhaltend beurteilt. Hildegard beschreibt ihn als „nicht bekömmlich“ und weist darauf hin, dass er den Menschen eher belasten als stärken könne. Das wirkt zunächst widersprüchlich – ist aber bei genauerem Hinsehen stimmig. Denn Lauch wirkt häufig blähend und ist für viele Menschen schwer verdaulich. Aus heutiger Sicht würde man sagen:
Er kann das Verdauungssystem fordern – besonders dann, wenn es ohnehin geschwächt ist.
Der gemeinsame Nenner
Ob moderne Wissenschaft, Volksmedizin, Ayurveda oder Hildegard-Lehre: Alle drei Traditionen erkennen die Kraft dieser Pflanzen an. Und alle drei mahnen zur Achtsamkeit im Umgang damit.
Lauchgewächse sind keine „milden Begleiter“. Sie sind kraftvolle Impulsgeber. Richtig eingesetzt bringen sie Wärme, Bewegung und Kraft in unsere Nahrung.
Doch wie so häufig – besonders, wenn wir etwas gerne essen:
Zu viel davon wirkt sich ungünstig aus.
Und was dann? Wie gleichen wir die Disharmonie wieder aus?
Die Dosis und das Gegengift
Wenn es zu viel wird, wirkt es zu fordernd: Bärlauch, Knoblauch – und manchmal einfach das Leben.
Hier zeigt sich ein zentrales Prinzip des Ayurveda (also des Lebens).
Alles wirkt – und strebt unentwegt nach Ausgleich und Harmonie.
Dafür stehen verlässlich Fenchel und Koriander.

Fenchel & Koriander
Ausgleichen, stärken, vorbeugen.
- Koriander wird traditionell als kühlend und ausgleichend beschrieben. Er bringt Ruhe in intensive Prozesse und sorgt für Klarheit – sowohl im Geschmack als auch im Empfinden nach dem Essen.
- Fenchel wirkt sanft, süßlich und harmonisierend. In der Volksmedizin ist er seit jeher für seine wohltuenden Eigenschaften bekannt und wird gerne nach üppigen und anstrengenden Mahlzeiten eingesetzt.
Gemeinsam helfen sie, das Gleichgewicht wiederherzustellen – nicht indem sie etwas „bekämpfen“, sondern indem sie ergänzen. So entsteht aus Kontrast Harmonie.

Ausnahmerscheinungen
Und wir werden nicht müde, sie immer wieder anzupreisen.
… In der Signaturlehre gelten Doldenblütler als Vermittler zwischen Himmel und Erde, als Gleichgewicht zwischen den Polen, Balance für Geist und Körper. Sie bringen männlich & weiblich, Yin & Yang, Sonne & Mond, rechts & links … in Harmonie.
Sie werden seit jeher als „innere Wegweiser“ geschätzt. Fördern Klarheit und laden ein, die Welt mit wacherem Blick zu betrachten. Die Sternenform ihrer Dolden weisen auf den ordnenden, klärenden Charakter hin.
All ihre beschriebenen und verborgenen Eigenschaften bringen sie über unsere Nahrung in unser inneres Erleben. Wer mit ihnen kocht, würzt oder Tee bereitet, lädt spürbar Harmonie ein – mit jedem Schluck und Bissen. … (Ausschnitt Brief Mai 2025).

Am besten gleich: 3-Samen-Mischung
Berühmt als Gewürz und Getränk.
Ein wirksamer Lebensbegleiter. Der beste Tee. Täglich und für jeden.Neben Fenchel und Koriander gesellt sich Kreuzkümmel dazu. Und miteinander bilden die drei eine Kombination, dessen unterstützende Wirksamkeit mit den besten Worten nicht ausreichend beschrieben ist.
Hier kommst du zu unserer 3 Samen-Mischung.
Erhältlich in 3 verschiedenen Größen, in der Nachfülltüte oder in der Dose.
